
Neues Volksblatt: „Bedenkenträger“ (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 11. April 2018
Linz (OTS) – Wenn man etwas partout nicht tun will, findet man immer Gründe, warum eine solche Tat undurchführbar, ungesetzlich, unmoralisch – kurz eine Untat wäre. Wobei der eigentliche Grund der Unlust oft nicht zur Sprache kommt. So sind etwa Häupl und Genossen bei jeglichem Vorstoß der ÖVP-FPÖ-Regierung skeptisch und nur auf der Suche nach möglichen Fehlern. Vermutlich wird sich aber in der Praxis das Raumproblem der Wiener Schulen durch die Deutschklassen als nicht nur lösbar, sondern gar nicht vorhanden erweisen. Auch die rechtlichen Bedenken scheinen zumindest auf den ersten Blick eher hanebüchen statt handfest zu sein. Klar ist hingegen, dass Integration über die Sprache funktioniert, denn „beim Reden kommen d’Leit zsamm“. Aber dafür muss die Sprache auch beherrscht werden und genau das sollte im Unterricht möglichst rasch gelernt werden. Deshalb braucht es Klassen, wo man sich darauf konzentriert.
Bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft dürfte man hingegen in allem einen Angriff sehen. Die Folge: Zuerst versucht man es wegzureden, denn es gebe sowieso kaum kopftuchtragende Kinder. Dann wird skandalisiert und man sieht sich als politisch verfolgt. Und damit verteidigt die Islamische Glaubensgemeinschaft leider auch genau jenen politischen Islam, der in einer säkularisierten Gesellschaft und einem demokratischen Rechtsstaat wie dem unsrigen keinen Platz haben sollte.
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