Netzverlustentgelt explodiert um bis zu 60 Prozent

IG Windkraft: Bevorzugung von Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland muss beendet werden

St. Pölten (OTS) – Zum wiederholten Male sollen die Netzentgelte für
heimische Stromerzeuger angehoben werden. In Summe bedeutet das für
Windkraftbetreiber in Österreich eine Reduktion der Erlöse bis zu 3%.
„Netzentgelte sind nur von heimischen Stromerzeugern zu zahlen. Atom-
und Kohlestromimporte sind davon ausgenommen“, erklärt Stefan Moidl,
Geschäftsführer der IG Windkraft, und fordert umgehend diese
Benachteiligung zu beenden.

Mit der von der E-Control vorgelegten
Systemnutzungsentgelte-Verordnung sollen die heimischen Stromerzeuger
wieder stärker belastet werden. Die Verordnung legt fest wer die
anfallenden Netzentgelte zu zahlen hat. Diese werden durch mehrere
Komponenten eingehoben. Zwar kommt es durch die Umsetzung einer
EU-Norm beim Systemdienstleistungsentgelt zu einer Entlastung, die
Explosion beim Netzverlustentgelt um bis zu 60% bewirkt in Summe
aber, dass die Erlöse der Windkraftbetreiber um 0,9% bis 2,8%
einbrechen. Darüber hinaus wird gerade die Kostenverrechnung bei der
Regelenergie umgestellt, was zu einem zusätzlichen Anstieg bei den
Ausgleichsenergiekosten führen wird. „Die Einhebung von
Netzverlustentgelten von Erzeugern ist sachlich nicht gerechtfertigt.
Marktverzerrende Entgelte zulasten heimischer Erzeuger stellen einen
eindeutigen Wettbewerbsnachteil für die österreichische
Stromerzeugung dar“, bemerkt Moidl.

Zwtl.: Stromimporte werden, im Gegensatz zu allen Nachbarländern, in
Österreich finanziell begünstigt

Zum wiederholten Male weist die Windbranche darauf hin, dass
Stromerzeuger in Österreich mit Netzgebühren belastet werden, welche
in Nachbarländern nicht zu leisten sind und auch nicht auf
Stromimporte eingehoben werden. Damit wird die heimische Erzeugung im
Vergleich zur Stromerzeugung im Ausland benachteiligt. Die Folgen
sind unter anderem steigende Energieimporte, ein negativer Anreiz für
den heimischen Anlagenbetrieb und nachteilige volkswirtschaftliche
Auswirkungen durch die Limitierung der Erzeugung in Österreich. „Kein
Nachbarland bestraft die heimische Stromerzeugung. Da ist es kein
Wunder, dass Österreich noch immer mit 11% Nettostromimporten
Unmengen Atom- und Kohlestrom importiert anstatt die heimische
Produktion von Ökostrom anzukurbeln“, kritisiert Moidl.

Zwtl.: Internationale Experten fordern einhellig die Abschaffung der
Netzgebühren für Stromerzeuger

Selbst der Verband der europäischen Regulatoren (ACER) in dem auch
Österreich vertreten ist, führte bereits 2014 in einem
Positionspapier an, dass in einem zunehmend gemeinsamen Energiemarkt
in Europa die Netzgebühren für Erzeuger abgebaut und harmonisiert
werden sollten. Diese Erkenntnisse werden auch durch Studien der EU
Kommission und der Agora Energiewende unterstützt. „Die Netzentgelte
für Erzeuger gehören umgehend und zur Gänze abgeschafft“, fordert
Moidl abschließend.

IG Windkraft Österreich
Martin Jaksch-Fliegenschnee
Mobil: 0660/20 50 755
m.fliegenschnee@igwindkraft.at
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