
AK: Schule hat Nachholbedarf in der Vermittlung von Demokratie
Veranstaltung „100 Jahre Republik – welche Bildung braucht die Demokratie?“: AK Direktor Christoph Klein fordert Fach Politische Bildung in allen Schultypen
Wien (OTS) – „Es ist ein Glückspiel, ob Jugendliche Politische
Bildung bekommen, aber als Erwachsene sollen sie mündige
Demokratinnen und Demokraten sein: Da stimmt etwas nicht“, sagt AK
Direktor Christoph Klein anlässlich der Veranstaltung „100 Jahre
Republik – welche Bildung braucht die Demokratie?“ heute im AK Wien
Bildungszentrum. Auf der Veranstaltung diskutieren
BildungsexpertInnen mit SchülerInnen, Lehrlingen, LehrerInnen und
Studierenden zum Thema, Gastredner ist Alt-Bundespräsident Heinz
Fischer. Für Klein hat die Schule „Nachholbedarf in der Vermittlung
von Demokratie“. Die AK fordert Politische Bildung als eigenes Fach
in allen Schultypen und mehr Mitbestimmungsrechte für SchülerInnen.
„Die Demokratie in Österreich wurde hart erkämpft“, sagt Klein.
„Die beste Sicherung für ihren Fortbestand ist, wenn die Menschen an
sie glauben und sie bewusst wollen. Das setzt aber voraus, dass sie
über ihren Wert und die damit verbundenen Errungenschaften informiert
sind. Daraus resultiert ein Auftrag an unsere Schulen, Demokratie zu
lehren.“
Die Schulen haben Nachholbedarf in der Vermittlung von Demokratie,
zeigt eine AK-Studie zur Politischen Bildung. Außer in den
Berufsschulen und in den Polytechnischen Schulen ist Politische
Bildung kein eigenes Unterrichtsfach, sondern nur Unterrichtsprinzip.
Und: Sie hätten wegen des umfangreichen Lehrplans keine Zeit für
Politische Bildung, sagt mehr als die Hälfte der LehrerInnen.
Überdies gelingt es den LehrerInnen laut Studie nur mäßig, die
Mitgestaltung und Mitbestimmung des Unterrichts durch die
SchülerInnen zu fördern und schuldemokratische Prozesse zu begleiten.
Die Arbeiterkammer fordert Politische Bildung als eigenes
Schulfach in allen Schultypen und den Ausbau der Mitbestimmung der
SchülerInnen. Beispielsweise sollten sie ihre VetreterInnen auf
Landes- und auf Bundesebene direkt wählen können – so, wie das etwa
für die Österreichische HochschülerInnenschaft gilt. Und Lehrlinge
und junge ArbeitnehmerInnen müssen weiterhin das Recht auf einen
Jugendvertrauensrat haben.
Auf der Veranstaltung hält Alt-Bundespräsident Heinz Fischer die
Gastrede zu 100 Jahren Republik, referiert Günthner Sandner von der
Uni Wien über Bildung und Demokratie in Österreich, bewertet
Karl-Heinz Gruber von der Uni Wien das österreichische Schulsystem im
internationalen Vergleich.
In Workshops setzen sich die VeranstaltungsteilnehmerInnen etwa
mit autoritären Tendenzen unter Jugendlichen auseinander, und in
einer Podiumsdiskussion geht es schließlich um die Frage, welche
Bildung die Demokratie braucht.
Arbeiterkammer Wien
Peter Mitterhuber
(+43-1) 501 65-12347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at
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