AK: Hilfsköchin sollte mit neuen Öffnungszeiten 12 Stunden arbeiten

Wollte Beendigung nicht bekämpfen, weil sie bei dem Arbeitsklima nicht bleiben wollte

Wien (OTS) – Die Arbeiterkammer hat vor einiger Zeit den Fall einer
Hilfsköchin veröffentlicht, die ihren Job verlor, weil sie keine 12
Stunden am Tag arbeiten wollte. Wirtschaftskammer und der
Lokalbesitzer stellen die Sache in einem Medienbericht anders dar:
Die Hilfsköchin wollte „wegen familiärer Pflichten“ die neuen
Öffnungszeiten nicht akzeptieren. Damit wird aber auch in dem
Medienbericht bestätigt, dass es um die Arbeitszeit ging. Fakt ist:
Das Lokal ist nun von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Die Arbeitnehmerin, die
zuvor fast 20 Jahre in Teilzeit beschäftigt war, bot an, wöchentlich
40 Stunden zu arbeiten. Aber 12 Stunden am Tag schaffe sie
gesundheitlich nicht.

Zudem ist in dem Artikel die Rede davon, die Arbeiterkammer hätte
alle rechtlichen Schritte bis hin zu einer Kündigungsanfechtung in
den Raum gestellt. Das ist falsch. Fakt ist: Die AK hat die
Arbeitnehmerin aufgeklärt, dass sie die Beendigung bekämpfen kann.
Aber sie wollte dies nicht, weil sie bei einem solchen Arbeitsklima
nicht länger in dieser Firma arbeiten wollte. Nachzulesen ist das
bereits in der Presseaussendung zu dem Fall vom 31.10.

Richtig ist: Der Arbeitnehmerin hätten nur mehr vier Monate gefehlt,
dann wäre sie 20 Jahre bei der Firma beschäftigt gewesen. Dann hätte
die Abfertigung statt 6 Monatsentgelten 9 Monatsentgelte betragen.
Der ehemalige Arbeitgeber hat der Arbeitnehmerin die Abfertigung und
weitere Ansprüche bis heute nicht bezahlt, die Arbeiterkammer klagte
den bisher fälligen Betrag von 4.000 Euro jetzt ein. Insgesamt sind
ca. 6.900 Euro offen.

Grundsätzlich hält die Arbeiterkammer fest:

1. Wir schützen unsere Mitglieder und geben daher ihre Namen und die
ihrer Arbeitgeber nicht bekannt. Es sei denn, die ArbeitnehmerInnen
wollen das.
2. Die Betroffene wollte ausdrücklich keine Interviews geben und will
auch nicht bekannt werden.
3. Unsere Mitglieder können voll darauf vertrauen, dass ihre Anliegen
verschwiegen behandelt werden. Das zeigen 2 Millionen Beratungen im
Jahr.

Arbeiterkammer Wien
Katharina Nagele
(+43-1) 501 65 12678
katharina.nagele@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

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