
Zahl der hilfsbedürftigen Kinder in Afghanistan steigt um 40 Prozent
Berlin (ots) – Nach 18 Jahren bewaffnetem Konflikt steigt die Zahl der hilfsbedürftigen Kinder in Afghanistan dramatisch an: In diesem Jahr werden zusätzliche 1,5 Millionen Mädchen und Jungen humanitäre Hilfe benötigen, das ist ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, warnt die Kinderrechtsorganisation Save the Children. Afghanistan ist eines der gefährlichsten Länder der Welt.
„Seit 18 Jahren herrscht in Afghanistan Krieg. Kein Kind dort ist im Frieden geboren“, betont Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. „Es darf nicht noch eine verlorene Generation heranwachsen. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Mädchen und Jungen nicht zur Schule gehen, weil sie Angst haben, auf dem Schulweg getötet zu werden. Der jahrelange Konflikt hat zu einem eklatanten Mangel an Bildungsmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung geführt, ganz zu schweigen von psychologischer Hilfe für Kinder, um die Gräuel des Krieges zu verarbeiten. Leider ist der Konflikt in Afghanistan angesichts der vielen anderen Katastrophen auf der Welt in den Hintergrund getreten.“
In diesem Jahr wird ein Viertel der Einwohner Afghanistans – insgesamt 9,4 Millionen Menschen – auf humanitäre Hilfe angewiesen sein, darunter 5,26 Millionen Kinder. „Save the Children verstärkt die Hilfe in Afghanistan“, sagt Krüger. „Denn Kinder haben ein Recht auf Sicherheit, Schutz und Wohlergehen. Das steht ihnen nach internationalem Recht zu. Wir müssen den Kindern in Afghanistan eine Zukunft ohne Gewalt und Angst geben.“
Laut dem neuen Bericht „Krieg gegen Kinder“, den Save the Children in diesem Monat veröffentlicht hat, gehört Afghanistan zu den zehn gefährlichsten Ländern der Welt. Dort gibt es weltweit die meisten Kinder, die getötet oder verstümmelt werden.
In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan weiter verschlechtert, die Zahl der getöteten und verletzten Kinder hat sich erhöht. Nach UN-Angaben lag der Anteil von Kindern unter den getöteten Zivilisten in Afghanistan in den ersten neun Monaten 2019 bei 77%. Das tägliche Todesrisiko hat einen erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit von Kindern. Sie werden Zeugen von extremer Gewalt und sind mit traumatisierenden und lebensverändernden Verletzungen konfrontiert. Jeder 10. Einwohner Afghanistans hat eine körperliche Behinderung.
Nach einer Analyse von Save the Children sagen zwei Drittel der Eltern in Afghanistan, ihre Kinder hätten Angst, auf dem Weg zur Schule Opfer von Explosionen, Entführungen oder anderen Formen extremer Gewalt zu werden. Das unterstreicht, wie sehr Kinder in Afghanistan auf Unterstützung angewiesen sind.
Hinweise für die Redaktionen:
– Save the Children ist seit 1976 in Afghanistan im Einsatz. 2019
erreichte die Kinderrechtsorganisation dort mehr als 4 Millionen
Menschen, darunter 900.000 Kinder, über Programme in den
Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährungssicherung, Kinderrechte
und Kinderschutz. – Save the Children hat Büros in acht Provinzen und humanitäre
Einsätze in 14 der 34 Provinzen in Afghanistan. Für Interviews steht Ihnen Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland, zur Verfügung. Sie hat 2019 Afghanistan bereist. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an unsere Pressestelle.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 120 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen – seit 100 Jahren und darüber hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.
Pressekontakt:
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Pressestelle – Pauline Schmidt
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 490
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