AK Wien Vollversammlung (2): Jugend verdient Respekt!

AK fordert leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft, bessere Bildung und mehr Mitsprache für Junge.

Wien (OTS) – Unter dem Titel „Jugend verdient Respekt“ wurde auf der 177. Vollversammlung der AK Wien ein breites Paket an Maßnahmen unter Einbeziehung von jungen Menschen diskutiert und verabschiedet.

Corona-Pandemie, Klimakatastrophe, Krieg in Europa und eine galoppierende Teuerung. Das sind trübe Zukunftsaussichten – nicht nur, aber speziell für junge Menschen. „Drei Viertel der 16- bis 25-Jährigen fühlen sich und ihre Interessen von der Politik nicht gehört. Noch höher liegt der Welt unter Schüler:innen, Lehrlingen und Jugendlichen aus finanziell schwieriger Lage“, sagt Martina Zandonella vom Institut SORA. „Mitbestimmung gilt als Privileg der Alteingesessenen und Bessergestellten“.

+ Besonders dramatisch ist der Faktor fehlendes Wahlrecht. Der Integrations- und Diversitätsmonitor der Stadt Wien zeigt, dass in Wien 30 Prozent der Wohnbevölkerung kein Wahlrecht haben, besonders stark betroffen davon sind junge Menschen. Das Wiener Arbeitnehmer:innenparlament fordert daher einen leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft: Junge Menschen sollen bereits nach 5 Jahren die Möglichkeit haben, die Staatsbürgerschaft zu erhalten, wenn sie in Österreich geboren sind.

Maria Marchici, Wiener Landesschulsprecherin betonte, wie wichtig Investitionen im Bildungsbereich sind: „Schon vor dem monatelangen Distance Learning, durch das unzählige junge Menschen den Anschluss verloren haben, gab es riesigen Handlungsbedarf in Sachen Soziale Gerechtigkeit und leistbare Bildung. Es darf nicht sein, dass die Einkommen der Eltern darüber entscheiden, ob es Nachhilfe gibt oder man auf Schikurs mitfahren kann!“. Doch die Ressourcen seien ungerecht verteilt: „Während die Politiker:innen dieses Landes Milliarden in die Hand nehmen um Unternehmen zu retten, werden die Kindergärten, Schulen, Lehrbetriebe und Universitäten vergessen.“

+ Die AK Wien fordert daher von der Bundesregierung eine umfassende Initiative zur Schließung von Bildungslücken, sowie eine Erhöhung der Studienbeihilfen. Notwendig ist auch eine vollfinanzierte Psychotherapie und ausreichend Plätze dafür.

Lorenzo Agbogbe, Bundeskoordinator der Berufsschüler:innen-Vereinigung, betonte wie wichtig AK & ÖGB für junge Menschen sind und richtete einen Appell an das Arbeitnehmer:innenparlament: „Es sind auch heute noch Gewerkschafter:innen, die uns dabei unterstützen, jungen Menschen zu zeigen dass Demokratie und Mitbestimmung nicht am Wahltag enden.“ Von der Vollversammlung forderte er: „Seien Sie Advokat für unsere Generation! Wann auch immer Sie die Chance haben, junge Menschen mitentscheiden zu lassen, ergreifen Sie sie!“

ÖGJ-Vorsitzender Richard Tiefenbacher verwies auf die Situation der Lehrlinge, auf die in der Pandemie oft vergessen wurde: „Sie wurden bei den Förderpaketen der Regierung nicht erwähnt, bekamen keine Corona-Selbsttests. Unser Lehrausbildungssystem ist europaweit hoch angesehen, aber die Regierung schenkt der Lehre kaum Aufmerksamkeit“.

+ In Bildungseinrichtungen, in Lehrbetrieben und der Arbeitswelt müssen Mitgestaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen geschaffen und ausgebaut und mit Leben erfüllt werden, fordert die AK. Demokratie endet weder an Werks- noch an Schultoren.

Den angenommen Antrag zum Jugendrespektpaket findet sich in Kürze online auf https://wien.arbeiterkammer.at/vollversammlung

(Forts)

Arbeiterkammer Wien
Michael Mayer
066488156286
michael.mayer@akwien.at
www.arbeiterkammer.at

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