
Grüne Wien/Spielmann, Huemer zu Einkommenstransparenzbericht: Wien hat Aufholbedarf bei Gleichstellung von Gemeindebediensteten
Der jüngst erstellte Einkommenstransparenzbericht 2023 der Stadt Wien zeigt klar, dass in Sachen Gleichstellung für die öffentlich Bediensteten der Stadt Wien weiterhin deutlicher Handlungsbedarf besteht. „Vergleicht man die Einkommen von vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern, zeigt sich noch immer ein Gender Pay Gap von 10 Prozent“, so Viktoria Spielmann, Frauensprecherin der Grünen Wien. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass Frauen in der Stadt Wien um 6.287 Euro weniger pro Jahr verdienen als Männer. „Das ist ein erheblicher Einkommensunterschied, der sich über die Jahre zu einem beträchtlichen Nachteil summiert”, so Spielmann.
„Während der Gender Pay Gap bei der Gesamtheit der unselbstständig Beschäftigten in Wien seit 2011 von 19,2% auf 10,8% im Jahr 2020 gesunken ist, stagniert diese Entwicklung bei den Beschäftigten der Stadt Wien seit 2020“, ergänzt Barbara Huemer, Personalsprecherin der Grünen Wien. „Diese Stagnation zeigt, dass es noch erheblicher Anstrengungen bedarf, um die Gleichstellung voranzutreiben.“
TRADITIONELLE BERUFSWAHL ALS HINDERNIS FÜR GLEICHSTELLUNG
Obwohl Frauen und Männer weiterhin in überwiegend traditionellen Berufsfeldern tätig sind, zeigt sich im Bericht, dass Frauen auch in nicht-traditionellen Berufen von der Lohnlücke betroffen sind: Bei Tierärzt:innen liegt der Gender Pay Gap bei 28,5%, während er bei Müllaufleger:innen und Umweltarbeiter:innen 25,3% beträgt. „Diese Zahlen verdeutlichen, dass es nicht ausreicht, Frauen nur zu ermutigen, traditionelle Berufsbilder zu durchbrechen. Die strukturellen Ungleichheiten müssen gezielt angegangen werden“, so Spielmann. Der Bericht nennt als Gründe Unterschiede bei Überstunden, Zulagen, Vergütungen sowie Sondervorrückungen und -verträge. Auch die ungleiche Verteilung von Familien- und Hausarbeit spielt eine wesentliche Rolle: „Dies erklärt auch, warum selbst unter dem neuen Wiener Bedienstetengesetz noch immer Einkommensunterschiede feststellbar sind“, so Huemer.
35-STUNDEN-WOCHE UND GEZIELTE FRAUENFÖRDERUNG
Um Frauen zu einem gerechten Lohn zu verhelfen, wäre die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für alle Beschäftigten der Stadt Wien ein entscheidender Schritt: Dadurch könnten die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessert und die Lohn-ungleichheit reduziert werden. „Die 35 Stunden-Woche trägt ganz besonders dazu bei, die Löhne von teilzeitbeschäftigten Frauen zu erhöhen und die Lohnlücke zu schließen“, so Huemer und Spielmann.
Abschließend fordern die Grünen Wien, dass Wien zur Vorreiterin der EU-Entgelttransparenz-richtlinie wird. „Bis 2026 muss die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Österreich umgesetzt werden. Wien könnte bereits jetzt proaktiv Schritte setzen, um als Vorbild in der Umsetzung zu gelten und so zur ‚Stadt der Frauen‘ werden“, so Spielmann und Huemer abchließend.
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