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Bauernbund: Bauerngelder müssen gesichert sein
Neuer EU-Agrarkommissar Christophe Hansen stellt Vereinfachungen und bessere Marktstellung für Landwirte in Aussicht
Heute hat EU-Agrarkommissar Christophe Hansen seine Vision für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft präsentiert. Ein zentraler Punkt darin ist die Beibehaltung der Direktzahlungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik, was von Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI GEORG STRASSER ausdrücklich begrüßt wird: „Evolution statt Revolution muss das Credo dieser Kommission sein, um den Weg für die Zukunft unserer Land- und Forstwirtschaft zu ebnen. Die GAP ist das zentrale Instrument, um eine nachhaltige Landwirtschaft und bäuerliche Einkommen gleichermaßen zu gewährleisten. Was es jetzt braucht, ist kein fundamentaler Bruch, im Gegenteil: Die Kommission ist gefordert, die GAP weiterzuentwickeln und gleichzeitig für einen echten Inflationsausgleich der darin enthaltenen Mittel zu sorgen. Das ist jetzt notwendig, damit wir auch in fünf, zehn oder zwanzig Jahren eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen, regionalen Lebensmitteln und gleichzeitig eine intakte Kulturlandschaft haben, die von Bauernhand gepflegt wird“, unterstreicht Strasser die Pläne des Landwirtschaftskommissars.
BAUERNGELDER MÜSSEN GESICHERT SEIN
Die Vision des Agrarkommissars sieht für die GAP vor, die Versorgungssicherheit wieder vermehrt in den Fokus zu rücken. Die Gemeinsame Agrarpolitik soll demnach stärker auf Bäuerinnen und Bauern ausgerichtet werden, die mit einer aktiven, nachhaltigen Produktion dazu beitragen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und eine vitale Umwelt zu erhalten. „Die Vision geht eindeutig in die richtige Richtung: Bauerngelder müssen gesichert sein – das ist nun offenbar auch der EU-Kommission bewusst geworden“, so Strasser.
ÖSTERREICHISCHE INITIATIVEN MACHEN SICH BEZAHLT
„Steter Tropfen höhlt den Stein: Oftmals waren es österreichische Initiativen, die von den Verantwortungsträgern in Brüssel schließlich aufgegriffen wurden. Eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen und eine bessere Stellung der Land- und Forstwirte entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette sind wesentliche Eckpfeiler der Arbeit unserer Vertreter auf EU-Ebene, Bundesminister Norbert Totschnig und unserem Abgeordneten Alexander Bernhuber. Die angestrebte Kurskorrektur der EU-Kommission zeigt, dass ihre beständige Arbeit und damit die Anliegen unserer Bauernfamilien nun Gehör finden“, betont Strasser.
BAUERNBUND FORDERT RASCHE UMSETZUNG VON VEREINFACHUNGEN
Nach EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigt nun auch Hansen Vereinfachungen an. Insbesondere kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe sollen davon profitieren, in dem etwa Kontrollen reduziert werden könnten. Strasser fordert, dass der Bürokratieabbau rasch auf den Betrieben spürbar wird: „Die Kommission muss rasch in die Gänge kommen, damit die erdrückende Bürokratielast auf unseren landwirtschaftlichen Familienbetrieben abnimmt. Vereinfachung muss mehr sein als ein Schlagwort, sie muss als gelebte Praxis auf unseren Bauernhöfen ankommen. Anstelle von immer mehr Regulierungen und Vorschriften braucht es eine echte Trendumkehr. Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern findet am Feld, im Wald und im Stall statt, nicht am Schreibtisch“, unterstreicht der Bauernbund-Präsident.
Der Bauernbund begrüßt zahlreiche weitere Eckpunkte der Vision: Dazu zählt die Absicht, die Landwirtschaft im Kampf gegen unfaire Praktiken des Handels zu stärken, die Position von Jungbäuerinnen und Jungbauern zu verbessern und in diesem Zug eine europäische Strategie zum Generationswechsel auf Höfen zu etablieren. „In vielen dieser Bereiche ist Österreich bereits Vorreiter“, betont Strasser: „Wir werden weiterhin nicht müde, auch von den europäischen Institutionen eine Politik des Ermöglichens einzufordern, damit wir die Basis für eine zukunftsfitte Land- und Forstwirtschaft in Österreich und in Europa legen können. Die Kommission muss nun rasch tätig werden und die heute präsentierte Vision mit Leben erfüllen.“
Christian Esterl, BA
Pressesprecher & Leitung Kommunikation
Telefon: +43 664 8850 9559
E-Mail: c.esterl@bauernbund.at
www.bauernbund.at
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