PV-Branche schlägt Alarm: Vorzeitige Abschaffung der Steuerbefreiung bringt Bürokratie zurück – geringe Steuereinnahmen zu erwarten

90 % der Unternehmen gehen von einem deutlichen Rückgang der Nachfrage aus

Wien, 27.02.2025 – Die österreichische Photovoltaik-Branche zeigt sich zutiefst enttäuscht, dass auch ÖVP/SPÖ/NEOS an der vorzeitigen Abschaffung der 20-prozentigen Mehrwertsteuerbefreiung für PV-Kleinanlagen festhalten. Und das, obwohl der Branchenverband Photovoltaic Austria (PV Austria) mehrmals eindringlich vor den Folgen warnte. Eine Kurzumfrage in der Branche zeigt, dass 90 % der Unternehmen von einem schlagartigen Rückgang der Nachfrage ausgehen und tausende Arbeitsplätze in klein- und mittelständischen Betrieben bedroht sehen, sollte die Steuer wieder eingeführt werden. Auch werden zehntausende Privathaushalte, die in eine unabhängige Energieversorgung investieren möchten, im Stich gelassen.

„_Es ist absolut unverständlich, dass die Wiederbesteuerung von PV-Kleinanlagen nach wie vor als ,Einsparungspotenzial‘ für die Staatskasse betitelt wird. Die angenommenen Steuermehreinnahmen von zusätzlich 175 Mio. Euro für 2025 kann beim besten Willen nicht nachvollzogen werden – es werden maximal 30 Mio. Euro sein und das verbunden mit einem weiteren Bürokratieschub. Die Entscheidung, PV-Anlagen wieder voll zu besteuern, ist ein Vertrauensbruch gegenüber privaten Haushalten und heimischen Handwerksbetrieben, die sich nichts mehr als Verlässlichkeit und Planungssicherheit wünschen_“, erklärt HERBERT PAIERL, Vorstandsvorsitzender von PV Austria und ergänzt: „_Eine solide Budgetsanierung ist zweifellos wichtig, aber eine rein einnahmenseitige Besteuerung von PV-Kleinanlagen ist ein Schlag gegen den ohnehin bereits kränkelnden Wirtschaftsstandort Österreich_.“

NEGATIVE FOLGEN BESTÄTIGT

Seit 2024 ist die Streichung der Mehrwertsteuer für PV-Anlagen bis 35 kWp ein unbürokratischer und leicht verständlicher Anreiz für all jene, die sich mit einer PV-Anlage unabhängiger machen wollen. Eine Kurzumfrage unter den Mitgliedern des PV-Verbands ergibt ein düsteres Stimmungsbild:

* Laut 73 % der Befragten ist eine unbürokratische Förderung, wie die Mehrwertsteuer-Befreiung, eines der Top-Argumente für eine PV-Anlage.
* Wird die Mehrwertsteuer-Befreiung vorzeitig wieder eingeführt, gehen 90 % der befragten Unternehmen davon aus, dass das Interesse an privaten PV-Anlagen zurückgehen wird; 70 % rechnen sogar mit einem sehr starken Rückgang.
* Fragt man nach den aktuellen Herausforderungen, werden die geplante Wiederbesteuerung von PV-Kleinanlagen, das Gefühl fehlenden Rückhalts der Politik und die daraus resultierende ungewisse Auftragslage als die aktuell größten Herausforderungen der PV-Branche genannt.

DIE BRANCHE APPELLIERT DAHER NOCHMALS EINDRINGLICH AN DIE KÜNFTIGE BUNDESREGIERUNG, DIE GERINGE ERGIEBIGKEIT DER BESTEUERUNG REALISTISCH EINZUSCHÄTZEN UND DAS GEPLANTE VORHABEN DER BESTEUERUNG VON PV-KLEINANLAGEN ZU ÜBERDENKEN.

Bundesverband Photovoltaic Austria
Judith Pospischil
Telefon: 01/522 35 81-410
E-Mail: verband@pvaustria.at

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