
Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling eröffnete Antirassismus-Fachtagung im Rathaus
Wien setzt Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung
Zum INTERNATIONALEN TAG GEGEN RASSISMUS AM 21. MÄRZ 2025 lud die Stadt Wien zur Fachtagung „Wien gegen Rassismus“ ins Rathaus ein. In diesem Jahr lag der Fokus auf Rassismuserfahrungen von jungen Menschen und deren Auswirkungen.
Rund 250 Menschen nahmen an der von der Abteilung Integration und Diversität in Kooperation mit dem Verein ZARA und der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien organisierten Veranstaltung teil. VIZEBÜRGERMEISTERIN UND INTEGRATIONSSTADTRÄTIN BETTINA EMMERLING eröffnete die Fachtagung mit dem Titel: „Wien gegen Rassismus: Wie wirken sich Rassismuserfahrungen auf junge Menschen aus?“. In Form von Impulsvorträgen, einer Podiumsdiskussion und einem Vernetzungscafé wurden Auswirkungen von Rassismuserfahrungen auf Teilhabe, Chancen und Zugehörigkeitsgefühl von jungen Menschen in Lebensbereichen wie Freizeit, öffentlicher Raum, soziale Medien, Bildung und Gesundheit diskutiert und Gegenmaßnahmen skizziert.
BEWUSSTSEIN SCHAFFEN FÜR DIE BETROFFENHEIT JUNGER MENSCHEN
_„Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben – schon gar nicht, wenn er die Zukunft junger Menschen belastet. Wer Diskriminierung erfährt, spürt sie in der Schule, am Arbeitsplatz und im Alltag. Unsere Aufgabe ist es, klare Strukturen zu schaffen, die schützen, stärken und gleiche Chancen für alle garantieren. Wien steht für Vielfalt, Zusammenhalt und Chancengleichheit – und das nicht nur heute, sondern jeden Tag“_, sagte VIZEBÜRGERMEISTERIN UND INTEGRATIONSSTADTRÄTIN BETTINA EMMERLING in ihrer Eröffnungsrede.
ZARA AGTAS, Preisträgerin des mehrsprachigen Redewettbewerbs SAG’S MULTI 2023/24, sprach in ihrer Rede über die Gründe, warum sie sich in der Schule fremd und ausgeschlossen fühlte: _„Ich stehe hier, um gehört und gesehen zu werden. Weil ich kein Einzelfall bin.“ _
ROSSALINA LATCHEVA, Leiterin des Bereichs Antirassismus und Nichtdiskriminierung bei der EU-Agentur für Grundrechte (FRA) fügte in ihrem Beitrag hinzu: _„Junge Menschen afrikanischer Herkunft oder muslimischen Glaubens sind öfter mit Rassismus und Gewalt konfrontiert. Von Mobbing in der Schule, rassistischen Übergriffen auf der Straße bis hin zu Diskriminierung auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Wir müssen die strukturellen Probleme angehen, die zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen, damit alle jungen Menschen ihr Leben frei von Rassismus leben können.“_
Rassismus ist laut Factsheet der Abteilung Integration und Diversität eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Grundsätze der Demokratie, vor allem die Gleichheit der Menschen. ABTEILUNGSLEITERINTHEODORA MANOLAKOS dazu: „_Unsere Abteilung beschäftigt sich dieses Jahr intensiv mit den Integrationsherausforderungen für junge Menschen. Wir wissen aus vielen Studien und persönlichen Berichten, dass Diskriminierungserfahrungen für umfassende Integration und gesellschaftliche Partizipation hinderlich sind. Umso wichtiger finde ich es, dass wir diesem Thema auch am Internationalen Tag gegen Rassismus mit fundierten Beiträgen eine Bühne gaben.“_
GEMEINSAME ARBEIT AM RASSISMUSKRITISCHEN WIEN
RITA ISIBA, Geschäftsführerin des Vereins ZARA Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit, resümierte: „_Unsere jahrelangen Beratungstätigkeiten und die Rassismus-Reporte zeigen, dass rassistische Diskriminierungen sich in allen Lebensbereichen gravierend auf junge Menschen auswirken – z. B. in der Schule, im öffentlichen Raum oder auch im Internet. Deshalb ist es nicht nur notwendig, Betroffene zu empowern, sondern auch bei Veranstaltungen wie dieser gemeinsam ein Zeichen zu setzen, um für ein inklusives und intersektional antirassistisches Wien einzustehen.“ _
Laut dem aktuellen ZARA Rassismus Report 2024 wurden im Vorjahr 1.647 Meldungen rassistischer Vorfälle dokumentiert und bearbeitet. Im Vergleich zu 2023, als 1.302 Vorfälle gemeldet wurden, ist das ein Anstieg um ca. 26,5 Prozent. Somit ist die Zahl der gemeldeten Vorfälle erneut gestiegen. Dies unterstreicht die Einschätzung des Vereins ZARA, dass Rassismus ein strukturelles und gesamtgesellschaftliches Problem bleibt. Besonders auffällig ist, dass nach wie vor knapp über 60 % der gemeldeten Fälle im Jahr 2024 aus dem Online-Bereich stammen.
Wie die Arbeit an einem rassismuskritischen Wien weiter intensiviert werden könnte, erörterten Vertreter*innen von der Aktion kritischer Schüler*innen (AKS), fairplay (VIDC), Interface Wien, Verein Wiener Jugendzentren, Schwarze Frauen Community und ZARA im Vernetzungs-Panel „Erfahrungen aus der Bildungs- und Beratungsarbeit für Jugendliche und junge Erwachsene, die von Rassismus betroffen sind“.
ANTI-RASSISMUS-ARBEIT IST FESTER BESTANDTEIL DER WIENER STADTPOLITIK
Die Wiener Integrations- und Diversitätspolitik baut auf einem klaren Bekenntnis für die Wertschätzung der Vielfalt der Wiener Bevölkerung auf, wendet sich konsequent gegen jede Form von rassistischer Diskriminierung in der Stadt und leistet Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit. Im Jahr 2004 wurde beim Amt der Wiener Landesregierung die Stelle zur Bekämpfung von Diskriminierungen eingerichtet. Seit 2009 ist Wien Mitglied der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) und bekennt sich zum Wiener Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, der derzeit überarbeitet wird. Seit Ende 2014 ist Wien Menschenrechtsstadt und fördert Maßnahmen zur Wahrung der Menschenrechte und Menschenrechtsbildung in allen Teilen der Gesellschaft. Zusätzlich fördert die Stadt Wien nichtstaatliche Organisationen, die wichtige Beratungs- und Anti-Rassismus-Arbeit leisten, und tritt in einen regelmäßigen Dialog mit ihnen.
Pressebilder: https://www.wien.gv.at/presse/bilder
Das Factsheet „Rassismus und rassistische Diskriminierung“: https://www.wien.gv.at/menschen/integration/pdf/factsheet-wien-gegen-rassismus.pdf
Mag. Nina Oezelt
Mediensprecherin der Vizebürgermeisterin Mag. Bettina Emmerling
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Radosl̸aw Żak
Stadt Wien – Integration und Diversität (MA 17)
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