Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: Ärztefunkdienst sichert Spitalsentlastung

Aufwertung des niedergelassenen Bereichs wird die Spitäler nachhaltig entlasten – langfristige Finanzierung gefordert

Die Forderung nach einer nachhaltigen Entlastung der Spitäler, insbesondere in den Nachtstunden, wird von Spitalsärztinnen und -ärzten in ganz Österreich immer lauter. Wien sei in Sachen Gesundheitsversorgung, die rund um die Uhr zur Verfügung steht, seit Jahren Vorreiter und könnte dies für ganz Österreich werden: „Der Wiener Ärztefunkdienst bietet den Wienerinnen und Wienern seit Jahren eine verlässliche und qualitativ hochwertige Versorgung in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen. Das System ist zudem kostengünstig, da es zahlreiche Rettungseinsätze und Spitalsbesuche vermeiden kann. Der Ärztefunkdienst Wien stellt zudem in enger Kooperation mit dem Wigev mehrere Erstversorgungsambulanzen in Wien. Mehr als drei Viertel der Patientinnen und Patienten können dort mit höchster Kompetenz und schnell behandelt werden und müssen nicht ins Spital. Das ist ein echtes Erfolgsprojekt und entlastet die Spitäler. Der Ärztefunkdienst könnte damit zum Vorbild für ganz Österreich werden, wenn der politische Wille dafür besteht. In Kombination mit einer massiven Aufwertung des niedergelassenen Bereichs werden wir unsere Spitäler nachhaltig entlasten können. Wir stehen der Bundesregierung jederzeit für Gespräche zur Verfügung“, ist JOHANNES STEINHART, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, überzeugt.

Um die Spitäler nachhaltig zu entlasten, brauche es neben der Aufwertung des Kassensystems auch eine langfristige Finanzierung: „Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sichern die Versorgung der Bevölkerung tagtäglich mit vollem Einsatz. Der Druck auf sie im solidarischen System steigt aber enorm an, da die Bevölkerung stark gewachsen ist. Wir müssen daher unbesetzte Kassenstellen rasch in die Versorgung bringen und neue Kassenstellen schaffen, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Um wieder mehr Ärztinnen und Ärzte für unser Gesundheitssystem zu gewinnen, muss der Beruf attraktiver werden“, sagt NAGHME KAMALEYAN-SCHMIED, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Kurie der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.

In Sachen Spitalsentlastung gebe es enormes Potenzial: Versorgungslücken im niedergelassenen Bereich finden sich aktuell etwa in den Bereichen Diabetes, Adipositas und COPD: „Eine langfristig finanzierte Auslagerung dieser und weiterer Bereiche in niedergelassene Strukturen würden die Spitäler entlasten und die Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten signifikant verkürzen. Wir haben dazu bereits ausgereifte Versorgungskonzepte in der Schublade und freuen uns auf konstruktive Gespräche mit der Stadt Wien und der Bundesregierung“, appellieren Steinhart und Kamaleyan-Schmied an die politischen Entscheidungsträger und -trägerinnen.

Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien
Mag. Rainer Hauptmann
Telefon: +43 664 9697547
E-Mail: hauptmann@aekwien.at

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