
7. PRAEVENIRE Digital Health Symposion in Wien erfolgreich gestartet
Digitalisierung ist der Schlüssel zu mehr Effizienz, braucht aber mehr Leadership
Mit knapp 200 Besucherinnen und Besuchern hat sich das heurige Digital Health Symposion neuerlich als Hotspot rund um Fragen der Digitalisierung im Gesundheitsbereich etabliert. PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling motiviert mit seinen Eröffnungsworten dazu, kreative Impulse in die gemeinsame Diskussion einzubringen und anstelle der langsamen Evolution auch an eine rasche Revolution zu denken, wenn es um die zeitnahe Umsetzung der vielen digitalen Lösungen im Gesundheitswesen geht, die bereits auf dem Tisch liegen. „Wenn wir mit der Unterstützung der Digitalisierung nicht mehr Effizienz in der Versorgung der Patientinnen und Patienten schaffen, dann wird das Gesundheitssystem tatsächlich unfinanzierbar. Und das heißt, dass wir die Einnahmen erhöhen und die Leistungen kürzen müssen“, so Schelling, denn: „Österreichs Gesundheitssystem ist hochwertig, aber auch extrem ineffizient.“
Im Rahmen des 7. PRAEVENIRE Digital Health Symposions mit Expertinnen und Experten aus Politik, Sozialversicherung und Praxis wurde deutlich, dass die Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern der Schlüssel zu einem finanzierbaren, zukunftsfitten Gesundheitssystem.
„Wir brauchen keine Insellösungen oder föderalistische Schrebergärten, sondern ein zentrales, digitales Lotsensystem durch den Dschungel unseres Systems“, betont der PRAEVENIRE Präsident weiter. Mit der ELGA als „Tresor“ und der e-card als „Schlüssel“ seien die Voraussetzungen längst da. Was fehlt, ist Leadership, klare Verantwortung und der politische Wille zur Umsetzung.
ZWISCHEN LEUCHTTURMPROJEKTEN UND SYSTEMWECHSEL
Nur wenn digitale Tools helfen, Ressourcen zu bündeln und Fachkräfte zu entlasten, können Leistungen gesichert und sogar verbessert werden. Die Forderung lautet klar: Investitionen in digitale Infrastruktur statt Stillstand. ÖVP-Gesundheitssprecherin Dr. Juliane Bogner-Strauß verwies auf erfolgreiche Pilotprojekte in der Steiermark, die durch einen breit aufgestellten Gesundheitsbeirat gesteuert werden. Etwa das Programm zur telemedizinischen Betreuung bei Herzinsuffizienz, das seit 2019 bisher 2.000 Betroffene digital begleitet – mit sinkender Mortalität, höherer Therapietreue und mehr Lebensqualität. Auch die Tele-Dermatologie bringt überzeugende Ergebnisse: „Nur 14 % der übermittelten Hautbefunde müssen noch bei Fachärztinnen und -ärzten abgeklärt werden – ein Quantensprung bei Wartezeiten und Effizienz“, sagt Bogner-Strauß
PATIENTEN LOTSEN, NICHT BEVORMUNDEN
SPÖ-Gesundheitssprecher Rudolf Silvan betont die Bedeutung digitaler Tools zur Orientierung: „Viele Menschen landen im Spital, weil sie nicht wissen, wo sie sonst hin sollen.“ Projekte wie digitale Triage-Systeme in Schweden zeigen, dass eine Effizienzsteigerung, weniger Belastung für Notaufnahmen sowie zufriedenere Patientinnen und Patienten möglich sind, wenn Digitalisierung intelligent eingesetzt wird. Für Silvan geht es um einen Paradigmenwechsel: „Der Weg digital vor ambulant vor stationär muss den Bürgerinnen und Bürgern nähergebracht werden, sodass sie ihn auch verstehen und nutzen.“
SOZIALVERSICHERUNG: VON DER E-CARD ZUR APP
Auch die Sozialversicherung (SV) setzt auf digitale Services. Mag. Claudia Neumayer-Stickler verwies auf Millionen E-Rezepte, Hunderttausende Online-Formulare und die durchaus häufig genutzte SV-App. „Das langfristige Ziel müssen eine papierlose Verwaltung und digitale Services von der Geburt bis zur Pension sein. Dazu gehören viele Services wie Erinnerungsfunktionen, aber auch mehrsprachige Angebote oder ein barrierefreier Zugang“, sagt Neumayer-Strickler. Für Dr. Alexander Biach, Generaldirektor der SVS, ist die digitale Transformation ein „Heilmittel für ein schwer unter Druck stehendes System“. Anhand von fünf Handlungsfeldern – Demografie, Fachkräftemangel, Versorgungsqualität, Datenintelligenz und Prävention – zeigt er, wie intelligente Anwendungen nicht nur Geld, sondern auch persönliches Leid und unnötige Doppelgleisigkeiten sparen können. „Wir haben unendlich viele Gesundheitsangebote und die Digitalisierung kann helfen, das Richtige zur richtigen Zeit vorzuschlagen“, so Biach und er verweist in diesem Zusammenhang auf den erst kürzlich in Kraft getretenen Europäischen Raum für Gesundheitsdaten (EHDS).
LEADERSHIP, VERTRAUEN UND EIN LANGER ATEM
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten, an der auch Dr. Clemens Auer, Präsident des European Health Forums, teilnahm, wurde deutlich, dass der Weg zur digitalen Transformation über klare Verantwortlichkeiten, niederschwellige Zugänge und den Schulterschluss aller Stakeholder führen muss. „Wir haben die Technik, wir haben den rechtlichen Rahmen – was fehlt, ist Koordination und Leadership bei den Verantwortlichen“, ist Auer überzeugt. Auch der interprofessionelle Datenfluss muss verbessert, Telematik konsequent genutzt und Digital Health Literacy gestärkt werden. „Die Digitalisierung kann unser Gesundheitssystem nicht nur effizienter, sondern auch menschlicher machen – wenn wir den Mut haben, jetzt gemeinsam zu handeln“, fasst Schelling zusammen.
PRAEVENIRE – Gesellschaft zur Optimierung der solidarischen
Gesundheitsversorgung
Erika Stickl
Telefon: +43/664/359 13 42
E-Mail: e.stickl@perigroup.at
Website: https://praevenire.at/
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