
ESPAD 2024: Psychische Belastungen und Suchtverhalten bei Jugendlichen
BÖP sieht dringenden Handlungsbedarf
Die aktuellen Ergebnisse der ESPAD-Erhebung 2024 (European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs) zeigen besorgniserregende Entwicklungen im Bereich psychischer Gesundheit und Suchtverhalten bei Jugendlichen in Österreich. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) betont die Notwendigkeit dringend erforderlicher Maßnahmen zur Unterstützung der psychischen Gesundheit junger Menschen.
FAKTEN UND KONSEQUENZEN
Ein Viertel aller befragten Jugendlichen weist ein niedriges Wohlbefinden auf, und jede/r Zehnte zeigt Indizien für hohe psychische Belastungen – Mädchen sind davon besonders betroffen. Zudem steht intensives Konsum- und Nutzungsverhalten von Substanzen und digitalen Medien in starkem Zusammenhang mit psychischen Belastungen. Die vermehrte Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln durch Jugendliche – unabhängig davon, ob ärztlich verordnet oder nicht – weist auf eine zunehmende Belastung hin und unterstreicht die Notwendigkeit früher psychologischer Unterstützung
„Diese Zahlen sind ein klares Alarmsignal“, erklärte BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. „Psychische Gesundheit muss als Grundpfeiler der Gesundheitsversorgung bei Jugendlichen priorisiert werden. Ohne gezielte Interventionen riskieren wir eine Generation junger Menschen mit schweren langfristigen psychischen Belastungen.“
SUCHTVERHALTEN IM WANDEL – HERAUSFORDERUNGEN FÜR NEUE PRÄVENTION
Während der Konsum klassischer Substanzen wie Alkohol und Zigaretten rückläufig ist, steigen die Nutzung von E-Zigaretten und Nikotinbeuteln sowie der problematische Umgang mit Social Media deutlich an. Besonders beunruhigend ist, dass immer mehr Jugendliche Social Media als belastender empfinden als Glücksspiel oder digitale Spiele.
Es braucht verstärkte niederschwellige Unterstützungsangebote, um Jugendliche frühzeitig in ihrer psychischen Gesundheit zu stärken. Psychologische Beratung muss in Schulen flächendeckend ausgebaut werden, damit junge Menschen kompetente Ansprechpersonen vor Ort haben. Präventionsmaßnahmen dürfen nicht mehr nur auf klassische Substanzen abzielen, sondern auch neue Konsumformen und digitale Mediennutzung stark einbeziehen. Darüber hinaus sind die Förderung von Resilienz- und Bewältigungsstrategien sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von PsychologInnen mit PädagogInnen und medizinischen Fachkräften essenziell, um Jugendlichen nachhaltige Unterstützung zu bieten.
Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen spielen eine zentrale Rolle in der Prävention und Behandlung psychischer Belastungen bei Jugendlichen. Damit junge Menschen gesund aufwachsen können, müssen Politik und Gesellschaft rasch und entschlossen handeln.
Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP)
Christina Lenhard, BA
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