LH Mikl-Leitner und IV-NÖ-Präsident Ochsner reisten mit Wirtschaftsdelegation in die Ukraine

„Wirtschaftsmission, von der beide Seiten profitieren sollen“ -Kooperationen in Energie, Infrastruktur und Umwelttechnik fixiert

Rund 60 Vertreter führender Industrie- und Infrastrukturunternehmen nahmen auf Einladung der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) an einer mehrtägigen Wirtschaftsmission in die Ukraine unter der Leitung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner teil. Ziel der Reise war es, neue Partnerschaften anzustoßen, konkrete Projekte für den Wiederaufbau zu vertiefen und ein starkes Signal der wirtschaftlichen Solidarität mit der Ukraine zu setzen. Die Organisation der Reise fand in enger Zusammenarbeit mit der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und dem AußenwirtschaftsCenter Kyjiw statt.

Bei der Delegationsreise handelt es sich laut Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner um „eine Wirtschaftsmission, von der beide Seiten profitieren sollen. Wir wollen unseren Betrieben, die gerade gegen eine hartnäckige Rezession kämpfen, den Weg zu neuen Aufträgen ebnen und die Ukraine beim Wiederaufbau unterstützen. Uns ist wichtig zu betonen: Wir verstehen uns als Freunde und Partner der Ukraine.“ Die Landeshauptfrau sagte weiters, dass wir „nicht nur humanitär, sondern auch beim Aufbau der Wirtschaft helfen wollen. Es gibt großen Bedarf unter anderem in der Verkehrsinfrastruktur, Bahninfrastruktur, im Wohnbau, bei erneuerbarer Energie und der Abfallwirtschaft. Niederösterreich als größtes Bundesland Österreichs hat in all diesen Bereichen große Erfahrung und Know-how.“ Durch die Delegationsreise wolle man Türöffner für die heimische Wirtschaft sein.

IV-NÖ-Präsident Ochsner unterstreicht: „Eine Wirtschaftsmission ist immer auch eine Friedensmission. Krieg hinterlässt Zerstörung. Wirtschaft und Industrie schaffen Werte. Wenn die Ukraine für unsere europäischen Werte kämpft, ist es für uns selbstverständlich, beim Wiederaufbau Verantwortung zu übernehmen. Wir haben diese Reise angestoßen und organisiert, um Chancen für beiden Seiten zu eröffnen – für Zusammenarbeit, für wirtschaftliche Entwicklung und für Stabilität. Die Ukraine braucht starke Partner – und unsere Industriebetriebe sind entschlossen und bereit, einen wesentlichen Beitrag zu leisten.“

Niederösterreichs Unternehmen sind seit Jahren eng mit der Ukraine verbunden – und das bleibt auch in Krisenzeiten so. Vor Kriegsbeginn war Österreich mit 1,77 Milliarden USD der sechstgrößte ausländische Investor, mehr als 1.000 heimische Firmen sind in der Ukraine aktiv, davon 200 mit eigenen Niederlassungen. Besonders stark vertreten sind Betriebe in der Papier- und Verpackungsindustrie, der Bauwirtschaft sowie im Finanz- und Versicherungssektor. Trotz der schwierigen Lage wächst der Handel weiter: 2023 stiegen die Exporte aus Niederösterreich in die Ukraine um 25,7 Prozent auf 68,5 Millionen Euro, während Importe aus der Ukraine auf fast 85 Millionen Euro kletterten.

„Unsere Wirtschaftsreise in die Ukraine ist ein starkes Signal: Österreichische Unternehmen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv am Wiederaufbau mitzuwirken. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energie, Infrastruktur, Schienenverkehr und Gesundheit bieten sich Möglichkeiten für innovative Lösungen und langfristige Partnerschaften. Die Ukraine braucht verlässliche Technologiepartner – und genau da liegt die Stärke unserer Betriebe“, betont Philipp Gady, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Im Rahmen der Reise wurden mehrere Memorandum of Understanding (MoU) zwischen österreichischen und ukrainischen Partnern unterzeichnet: Ein MoU zwischen IV-NÖ, Wirtschaftskammer NÖ und der „State Energy Efficiency Agency of Ukraine“ hat das Ziel einer Kooperation zu Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und grünen Technologien. Ein weiteres MoU zwischen dem Flughafen Wien und „Airport Association of Ukraine“ unterstreicht die Partnerschaft zum Wiederaufbau der ukrainischen Flughafeninfrastruktur. Weiters gibt es ein MoU zwischen RAG Austria und EcoOptima zum Aufbau eines großangelegten Wasserstoffprojekts in der Westukraine („H2EU+Store“). Ochsner Wärmepumpen und SAAE haben sich zudem auf eine strategische Kooperation zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors und Aufbau eines Produktionsstandorts in der Ukraine geeinigt. Auch die bereits bestehende Partnerschaft zwischen dem Land Niederösterreich und dem Oblast Kyjiw wurde erneuert und erweitert – etwa durch einen verstärkten Verwaltungsaustausch, neue Wirtschafts- und Bildungsdialoge sowie Kooperationen im Gesundheitsbereich.

Die Delegation führte viele hochrangige politische Gespräche – unter anderem mit Ministerpräsident Denys Schmyhal, dem Bürgermeister von Kyjiw, Vitali Klitschko, Oblast Kyjiw-Gouverneur Mikola Kalaschnyk, mit der stellvertretenden Ministerin für Gemeinden und Territorien, Marina Denisyuk, mit dem außenpolitischen Berater von Präsident Selenskyj, Igor Zhovkva sowie Infrastrukturminister Dmytro Kuleba und Energieminister German Galushchenko.

Neben den hochrangigen politischen Treffen haben die niederösterreichischen Unternehmen maßgeschneidert viele Unternehmen und Wirtschaftsvertreter in Kyjiw getroffen. Unter anderem gab es intensive Gespräche zwischen dem Flughafen Wien-Schwechat und Kyjiw, um nach Kriegsende rasch Direktverbindungen zwischen beiden Städten anzubieten. Weiters gab es ein Treffen mit Anna Zamazeewa, Head of State Agency on Energy Efficinece and Engery Savinf of Ukraine” (SAEE), bei dem es um die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energie ging. Eine Abordnung aus dem Bahnbereich traf sich zu einem „Railroad“-Schwerpunkt bei der ukrainischen Staatsbahn. Zudem gab es die Möglichkeit für die Wirtschaftstreibenden individuelle Termine in Kyjiw wahrzunehmen und den Weg für Geschäftsbeziehungen zu ebnen.

Darüber hinaus unterstützten zahlreiche Unternehmen und Institutionen mit konkreter Hilfe und Sachspenden, die vor Ort übergeben wurden – darunter Flughafenequipment (De-Icing-Anlagen, Transportfahrzeuge etc.) durch den Flughafen Wien, Stromaggregate der EVN, Wärmepumpen der Firma Ochsner, ein Postbus der ÖBB sowie Desinfektionssets, organisiert über Wien Energie. Das Land Niederösterreich unterstützt zudem die Errichtung eines Shelters voraussichtlich im Oblast Kyjiw.

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