Über die Bedeutung von Kooperation und Menschenrechten im digitalen Zeitalter

Mit interdisziplinärer Forschung zu neuen Erkenntnissen über die Dynamik menschlicher Entscheidungen und Wechselwirkungen zwischen Technologie und Menschenrechten.

Die fünfte Antrittsvorlesung der IT:U im Rahmen der „First Lecture“-Reihe fand am Mittwoch, 2. April 2025 mit den Gründungsprofessoren Christian Hilbe, Professor of Game Theory and Evolutionary Dynamics, und Ben Wagner, Professor of Human Rights and Technology, statt. Einerseits wurde beleuchtet, wie und warum Menschen zusammenarbeiten und welche treibenden Kräfte hinter sozialen Entscheidungen stehen. Zum anderen ging es um die Frage, wie Technologieentwicklung und Menschenrechte im Einklang bleiben können. In beiden Fällen ist interdisziplinäre Grundlagenforschung zum Erkenntnisgewinn unabdinglich.

„Interdisziplinäre Grundlagenforschung ist wichtig, um die komplexen Zusammenhänge zwischen sozialen Normen, menschlichem Verhalten und technologischer Entwicklung zu verstehen. Während die Spieltheorie die Logiken hinter Entscheidungen untersucht und aufzeigt, wie diese unser Verhalten prägen, stellt die digitale Transformation unser Verständnis von Demokratie und Menschenrechten auf den Prüfstand. Die beiden First Lectures haben deutlich unterstrichen, dass wir nur durch die Kombination von Wissen aus verschiedenen Disziplinen nachhaltige Lösungen finden können. Aus diesem Grund sehen wir an der IT:U die Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz als Möglichkeit und Chance eine verantwortungsvolle Zukunft in verschiedensten Bereichen mitzugestalten“, so IT:U-Gründungspräsidentin Stefanie Lindstaedt.

DIE DYNAMIK SOZIALEN VERHALTENS

IT:U Gründungsprofessor Christian Hilbe gab Einblicke, wie und warum Menschen kooperieren. Er stellt die folgende grundlegende Frage in den Mittelpunkt: Was treibt unsere sozialen Entscheidungen an? Durch den Einsatz von Spieltheorie, mathematischer Modellierung und Verhaltensexperimenten analysiert er die Mechanismen, die hinter Vertrauen, wechselseitigem Verhältnis und Zusammenarbeit stehen. Ein konkretes Beispiel ist Fairness in Teams: Wie lässt sich die Arbeitslast unter Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und unterschiedlicher Motivation fair verteilen? Das erstaunliche Ergebnis der Forschung zeigt, dass auch eine ungleichmäßige Aufgabenverteilung fair und erfolgreich sein kann.

„Es gibt so viele wichtige Fragen, die nur durch interdisziplinäre Kooperationen aus verschiedenen Bereichen angegangen werden können. Zum Beispiel, wenn wir die Dynamik menschlichen Verhaltens modellieren, bauen wir auf dem Fachwissen aus Psychologie, Ökonomie und Philosophie auf, aber wir benötigen auch die Werkzeuge aus der Informatik, Physik und Mathematik“, äußert sich Christian Hilbe, Professor of Game Theory and Evolutionary Dynamics, über die Bedeutung von Interdisziplinarität.

OHNE WISSENSCHAFT KANN DIE WELT NICHT VERÄNDERT WERDEN

Das Zusammenspiel von Menschenrechten und Technologie stand bei IT:U Gründungsprofessor Ben Wagner im Mittelpunkt. Er thematisierte eine entscheidende Spannung: Technologie entwickelt sich in schnellem Tempo, wie kann dabei sichergestellt werden, dass Rechte und Gerechtigkeit nicht auf der Strecke bleiben? Seine Forschung kam unter anderem bereits in der Entwicklung des EU-Digital Services Act (DSA) zum Einsatz: Die neuen EU-Vorschriften zur Transparenzberichterstattung wurden von der Europäischen Kommission im November 2024 verabschiedet und setzen neue Maßstäbe für die Berichterstattung digitaler Plattformen über Moderation, algorithmische Transparenz und Nutzerkennzahlen. Das bewirkt einen Wandel in der Steuerung von Online-Ökosystemen.

„Forschung zu Technologie und Gesellschaft vereint unterschiedliche Perspektiven, um die Auswirkungen von Technologie auf die Gesellschaft zu verstehen. Zum Beispiel die Frage, wie soziale Netzwerke das menschliche Verhalten und die Gesellschaft im Allgemeinen beeinflussen. Im Bereich Technologie und Gesellschaft liegt unser spezieller Fokus auf Recht und Politik, was es uns ermöglicht, nicht nur das menschliche Verhalten zu untersuchen, sondern auch zu verstehen, welche staatlichen Maßnahmen wahrscheinlich mehr oder weniger wirksam sind“, erklärt Ben Wagner, Professor of Human Rights and Technology.

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DIE PROFESSOREN

* Christian Hilbe, Professor of Game Theory and Evolutionary Dynamics:

IT:U Interdisciplinary Transformation University Austria
Mag.a Daniela Scharer, MBA
Telefon: +43 676 / 8 51 307 237
E-Mail: daniela.scharer@it-u.at

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