younion-FSG: Kindergarten-Belegschaft lacht über „Deutschförderplan“ von Karl Mahrer

Wie funktioniert eine „Sprachstandsfeststellung“ bei Dreijährigen?

„Mit uns kann in fünf Jahren jedes Kind bis zum Schuleintritt Deutsch“ – Das verspricht ÖVP-Wien-Spitzenkandidat Karl Mahrer mit seinem „Deutschförderplan“ in den Kindergärten. Unter den Beschäftigten in den elementaren Bildungseinrichtungen sorgt dieser „Plan“ mittlerweile für Gelächter.

In einem ersten Schritt will Mahrer eine „Sprachstandsfeststellung“ aller dreijährigen Kinder in Wien.

„Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich, wie das auch nur annähernd in der Praxis funktionieren soll. Wo sollen die Kinder getestet werden und von wem? Nicht alle Dreijährigen besuchen einen Kindergarten. Es müssten also behördliche Tests vorgeschrieben werden. Und wann hat der nicht-amtsführende Stadtrat Mahrer zuletzt mit Dreijährigen gesprochen? Keine Pädagogin oder Pädagoge kann in einem Schnelltest feststellen, wie gut die Deutschkenntnisse in diesem Alter sind. Manche beginnen früher zu sprechen, manche halt später – egal in welcher Sprache“, sagt Manfred Obermüller, Vorsitzender der FSG in der Hauptgruppe 1 in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft und drückt damit das Kopfschütteln der Belegschaft aus.

In einem weiteren Schritt fordert Mahrer einen „verpflichtenden Kindergartenbesuch für Kinder mit Deutschförderbedarf ab drei Jahren.“

Auch da sieht Obermüller eine völlige Verkennung der Realität: „Nehmen wir einmal an, dass Karl Mahrer einen genialen Test zur Sprachstandsfestellung entwickelt und damit die Pädagogik revolutioniert – wo soll das Fachpersonal für das dritte verpflichtende Kindergartenjahr herkommen? Es waren die ÖVP-Bildungsminister:innen der vergangenen Jahre, die es verabsäumt haben, ausreichend Personal auszubilden. Jetzt Wien dafür anzupatzen, ist letztklassig.“

Ein weiterer Punkt im Mahrer-Plan ist die Rückzahlung von Förderungen, wenn ein Kindergartenkind zu Schulbeginn nicht ausreichend Deutsch kann.
Manfred Obermüller: „Auch das soll Karl Mahrer in der Kindergarten-Praxis einmal umsetzen. Wenn er es schafft, dann könnte er mit seiner Logik aber auch gleich in den Schulen damit weitermachen. Bleibt ein Kind sitzen, bekommt die Schule einfach weniger Geld …

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